Please message me - ein Tag bei Twitter
Die fünfte Ausgabe des Wissenswert Blog Carnival Juni 2009 will die Gründe fürs Twittern wissen.
Zuerst dachte ich: Frage überflüssig, das ist doch jetzt allgemein bekannt. Aber dann habe ich einen Tag in meinen Twitter-Account unter die Lupe genommen und viel dabei gelernt.
Twittern ist beinahe wie Zeitung lesen. Die versuchen wir via Schlagzeilen und Teaser zu überfliegen, wir wählen Journalisten oder Redakteure aus, lesen Artikel quer oder ausführlich, picken Themen heraus, und manchmal lesen wir sie gar nicht, weil die Zeit nicht reicht. Bei Twitter ist es ähnlich. Bestimmte Follower stehen für eine inhaltliche Richtung. Sie bekommen mit der Zeit ein Profil. Ich kann Privatzwitscherern folgen oder Fachleuten, Twittercharts-Anführern oder Literaten und Politikern, na ja, ehrlich gesagt, den letzteren folge ich nicht. Und die eigenen oder auch die fremden Tweets verbreiten sich auf wundersame Weise in nicht immer beeinflussbare Richtungen.
Die mit wordle gezauberte Wortwolke stellt die "tags" eines für meine Verhältnisse sehr fetten Zwitschertages vor.
Es war der Pfingstsonntag. Das Wetter war nicht brilliant. Deshalb wurde vermutlich sehr viel gezwitschert. Mein account hatte um die 90 tweets. Dazu kommen kontinuierlich zahlreiche Meldungen aus zwei sich selbst aktualisierenden Suchen, die ich eher flüchtig beobachte. Mehr will ich nicht bewältigen. Meine eigenen Aktivitäten einschließlich retweets belaufen sich auf 10, "gefühlt" hätte ich auf mehr getippt. 10 mal bin ich angeschrieben worden, direct messages gab es an diesem Tag keine. Meine eingehenden Updates sind üppig, weil ich einigen Vieltwitteren folge, z.B. KatrinFraebel, Archivalia, aus fachlichen Gründen ist auch ein Blogplanet (Biblioblogs) dabei, der die neuesten Beiträge aus mehreren blogs meldet.
Die meisten Hinweise - in der Regel links, oft zu videos und blogs und websites - helfen mir bei meinem persönlichen Wissensmanagement. Ich verfolge sie intensiv. Denn durch die Auswahl der Twitterer, denen ich folge, steuere ich den content schon in Richtung meiner speziellen Interessen. Als TweetDeck-Fan nutze ich mehrere Spalten, die mir die Inhalte übersichtlich präsentieren, z.B. Freunde, Antworten, Direkte Antworten, Gruppen, Suchen. So überleben die Tweets auch ein wenig länger, weil ich sie als geordnete Tabelle immer mal wieder anschaue. Beim Bewahren hilft auch die Pflege der Favoriten, müsste ich dringend mal wieder bearbeiten.
Ich will jetzt nicht so tun, als bestünde mein Twitterglück nur aus news und Sachinformationen. Ein wenig fun und social warmth gefällt mir ebenso. Heute ist mir der Twitter Song von Ingrid Michaelson zugelaufen, in dem auch vorkommt " I feel grand all because of twitter". Da könnte was dran sein.Und der klassische Twitter Song von Ben Walker "You're no one if you're not on twitter" wusste das schon immer.
