Jetzt auch noch twittern?

Vorher
Inhaltsarme Minitexte in die Welt schicken: warum? In 140 Zeichen habe ich nichts mitzuteilen, schon gar nicht als Antwort auf die Frage: What are you doing? Wen interessiert es, was ich frühstücke? Aber: Vor dem Ablehnen kommt das Ausprobieren.

Twitterstart
Ich habe die Frage „What are you doing?“ geändert in „Was interessiert Dich oder was kannst Du anbieten?“.
Es ist nicht leicht, etwas „kurz“ mitzuteilen oder zu beantworten. Soll ja auch für Follower = Abonennten noch verständlich bleiben. Trotzdem: es gefällt mir, ich laufe zu den anderen 50% über, zu den Twitter-Fans. Ich folge Twitterern und habe selbst einige Follower, so bin ich nicht nur dabei, sondern mittendrin. Wichtig: auswählen aus dem Sammelsurium von Inhalten, Twitterprofile und Tweets genau anschauen.

Wie wirkt sich das Twittern auf mein Blog aus?
Geht schneller als bloggen – ist mein Blog „magucken“ bereits gefährdet? Vielleicht profitiert er sogar von meinen Tweets, weil er von Kurzmitteilungen entlastet wird? Oder ich kann via twitter auf ihn aufmerksam machen? Schreibe ich jetzt weniger Emails? Auch ein twitter-Vorteil: Interessante Linktipps finde ich hier schneller als in blogs.

Erweiterungen und Suche
Zu twitter gibt es praktische Erweiterungen - nachzulesen bei rare4you , aber ich beschränke mich bisher auf wenige der zahlreichen Angebote, die oft beta-Versionen sind. Ich nutze twhirl und twitpic für Bilder, TweetDeck (gute Übersicht) und TweetEffect (Statistik über gewonnene und verlorene Abonennten). Die Suche bei twitter ist inzwischen sehr gut, vor allem die „advanced search“. Twitter ist (noch) keine Geschäftsidee, hat keine Werbung, sehr angenehm. Twitter wird ständig verbessert bzw. vereinfacht, ältere Anleitungen belegen das.

Kontra?
Ein Tweet soll eine Lebensdauer von nur 5 Minuten haben. Gilt sicher nicht für alle Tweets: Aufhebenswerte kann man zu Favoriten machen. Das habe ich allerdings in der Praxis noch nicht so oft gesehen. Nervig: automatische twitter accounts, Spam, Aufmerksamkeits-Junkies, fake accounts.

Twitter hype zu Recht?
Twitter hat sich in den letzten Monaten zu d e m weltweiten Info-Pool entwickelt. Informations- und Wissensmanagement ist gut vertreten. Ich kriege nur einen kleinen Teil davon mit, aber der genügt mir. Ich kenne jetzt die Namen, die in der e-learning-Szene eine Rolle spielen und lese Hinweise auf barcamps, blogs und websites. Es war noch nie so einfach, Kontakt zu interessanten und auch zu sehr bekannten Menschen zu bekommen. Mit Twitter in Ergänzung mit anderen Web2.0-Tools kann ich so richtig netzwerkeln und mein eigenes Profil ausbauen. Ich kriege Tipps en masse: zu twitter, zu Neuentwicklungen, zum Tagesgeschehen. Zu letzterem sollte man allerdings sehr kritisch eingestellt sein, vgl. die derzeitigen Diskussionen zu Köln und Winnenden. Auch nicht so nach meinem Geschmack: google macht natürlich auch Jagd auf Tweets.

Happy twitter ending
Twittern bedeutet für mich nach diesem kurzen Test: brandneue Infos erhalten und selbst in die Welt zwitschern, und zwar unproblematischer und schneller als in Foren, Mails oder Blogs. Ob es so bleiben wird? Abwarten und zwitschern!

Posted 9 months ago

1 comment

Jun 28, 2009
Sita said...
"Happy twitter ending" - das ist es! Schnell und unkompliziert etwas in die Welt hinaus zwitschern, was einem am Herzen liegt! Mit deiner Umformulierung der Twitter-Aufforderung: "What are you doing" hast du es auf den Punkt gebracht. Nur Privates in abgehackten Satzbrocken hinausposaunen genügt nicht und führt beim Nutzer letztlich zu Frustration und Aufgabe. Danke für den Text.

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